Problem
Holzwurm oder Hausbock? Bohrmehl richtig deuten
Kleine Löcher im Balken, feine Häufchen Mehl darunter, vielleicht ein leises Nagen im Dachstuhl: Die Frage Holzwurm oder Hausbock entscheidet, wie ernst die Lage ist. Beim Holzwurm geht es meist um Möbel und Dielen, beim Hausbock kann die Tragfähigkeit des Dachstuhls betroffen sein. Das Bohrmehl verrät dabei nicht nur, welcher Käfer am Werk ist, sondern auch, ob der Befall überhaupt noch aktiv ist.
Begriffe
Worum es geht
„Holzwurm” ist der Laienbegriff für die Larve des Gemeinen Nagekäfers (Anobium punctatum) – kein Wurm, sondern eine Käferlarve. Sie frisst Gänge in Holz und hinterlässt kleine Ausfluglöcher und Bohrmehl. Der Hausbock (Hylotrupes bajulus) befällt verbautes Nadelholz, klassisch den Dachstuhl, und ist statisch besonders kritisch. Das Bohrmehl (Frassmehl) ist der Auswurf der fressenden Larven – seine Farbe verrät den Zustand des Befalls.
Erkennen
So deuten Sie die Spuren
Eher Holzwurm (Gemeiner Nagekäfer)
- Kleine, runde Löcher von etwa 1–2 mm Durchmesser.
- Feines, gleichmäßiges Bohrmehl.
- Häufig in Möbeln, Dielen, Treppen und Laubholz.
Eher Hausbock
- Größere, ovale Ausgänge und teils hörbare Fraßgeräusche.
- Gröberes Bohrmehl mit kleinen Nagespänchen.
- In verbautem Nadelholz, vor allem im Dachstuhl – dort statisch heikel.
Aktiv oder inaktiv – das entscheidet das Bohrmehl
Frisches, helles Bohrmehl, das nach dem Wegwischen nachrieselt, deutet auf einen aktiven Befall. Alte, vergraute Löcher ohne neues Mehl können längst inaktiv sein.
Sicherheit
Wann die Statik zählt
Kritisch wird es, sobald tragende Bauteile betroffen sind – Dachbalken, Sparren, Stützen. Hier geht es nicht mehr um Kosmetik, sondern um die Standsicherheit.
Bei tragendem Holz
Bei tragendem Holz ist eine Behandlung nach der Holzschutznorm DIN 68800 und, je nach Befund, eine Statik-Beurteilung nötig; bei denkmalgeschützten Gebäuden ist die Denkmalschutzbehörde einzubeziehen. Genau deshalb ist der Selbstversuch am tragenden Holz riskant.
Verhalten
Was Sie jetzt tun – und was nicht
Tun
- Unter dem befallenen Holz das Bohrmehl wegwischen und beobachten, ob neues nachrieselt (Hinweis auf aktiven Befall).
- Löcher, Mehlfarbe und Fundort fotografieren.
- Bei Balken im Dachstuhl frühzeitig fachlich begutachten lassen.
Nicht tun
- Bei tragendem Holz nicht selbst herumbohren, schleifen oder mit Baumarktmitteln behandeln – statisches Risiko.
- Aktiv oder inaktiv nicht im Selbstversuch „entscheiden”.
- Oberflächenmittel nicht für eine echte Lösung halten; sie erreichen tiefsitzende Larven nicht.
Vorgehen
Wie der Fachbetrieb den Befall löst
Am Anfang steht die Begutachtung: aktiv oder inaktiv, Holzwurm oder Hausbock, Statik betroffen oder nicht. Danach folgt die Verfahrenswahl – Heißluft-/Wärmeverfahren (chemiefrei), zugelassene Holzschutzmittel per Tränkung oder Bohrlochinjektion oder, als Sonderfall, die genehmigungspflichtige Begasung. Bei tragenden Teilen kommt die Sachkunde nach DIN 68800 dazu. Details unter Holzschädlinge begutachten und behandeln lassen. In den holzreichen Villen- und Reetdachlagen im Westen behandeln wir etwa mit Holzschutz im Dachstuhl in Blankenese; auch in den Walddörfern in Wandsbek mit ihren Einfamilienhäusern und Dachstühlen sind wir unterwegs.
Fragen
Häufige Fragen zu Holzwurm und Hausbock
Woran erkenne ich, ob der Befall noch aktiv ist?
Am Bohrmehl. Wischen Sie es weg und beobachten Sie die Stelle: Rieselt frisches, helles Mehl nach, ist der Befall aktiv. Bleiben die Löcher grau und ohne neues Mehl, kann er längst erloschen sein.
Ist der Hausbock gefährlicher als der Holzwurm?
Für die Bausubstanz ja. Der Hausbock befällt verbautes Nadelholz wie den Dachstuhl und kann tragende Teile schwächen – das ist statisch kritisch. Der Holzwurm sitzt häufiger in Möbeln und Dielen und ist meist weniger dramatisch.
Muss ich bei jedem Loch im Holz etwas tun?
Nein. Alte, inaktive Löcher ohne frisches Bohrmehl brauchen oft keine Behandlung. Entscheidend sind ein aktiver Befall und die Frage, ob tragendes Holz betroffen ist – das klärt die Begutachtung.
Was Begutachtung und Behandlung kosten
ab 69 € Einsatzpauschale zzgl. Material und Aufwand · Anfahrt inklusive · keine versteckten Kosten. Der genaue Preis wird vor Beginn der Arbeiten mit Ihnen besprochen. Alle Einzelheiten stehen unter was Begutachtung und Behandlung kosten.